28-09-2024

Warten wird belohnt

Da steht man nun, ganz brav … eine neue Kamera gekauft – und es passiert: nichts. Ganze 25 Tage lang absolute Bewegung – aber kein Wolf in Sicht.

Und dann … dann bin ich wirklich völlig ausgeflippt, als ich plötzlich diese Aufnahmen auf der Kamera sah: vier wunderschöne Wölfe! Also doch!

Ich musste so lachen über den dritten Wolf, der ins Bild kam – halb stolpernd, mit einem Apfel im Maul, den er dann unterwegs auch noch verliert.

Wunderschön – und gleichzeitig denkt man: oje, vier Stück … und jetzt?

Sie waren wirklich ganz nah an unserem Garten. Sind die Hunde im Garten überhaupt noch sicher? Muss ich irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen treffen?

Das hat bei mir schon einiges an Unsicherheit ausgelöst.

Denn so sehr ich eine Schwäche für Wölfe habe – das hier war schon sehr nah, und jetzt wurde es plötzlich sehr real. Wo man vorher noch von einer Reise nach Yellowstone träumte, um Wölfe mal live zu sehen, könnte ich sie jetzt theoretisch einfach aus meinem Garten beobachten.

Aber ja – die Frage war natürlich auch: Bleiben sie? Oder ziehen sie nur gelegentlich durch?

Ich habe das Video ans Wolfsmonitoring geschickt – und am nächsten Tag hatten sie mich direkt am Telefon. Jetzt wurde es wirklich ernst. Erst das gerissene Hirsch als erstes Zeichen, dann die verschwommenen Fotos – und nun dieses gestochen scharfe Video mit vier Wölfen.

Das Gespräch war sehr angenehm. Ich konnte viele meiner Fragen stellen, viele Unsicherheiten wurden mir genommen – und stattdessen entstand eine große Motivation, die Wölfe in diesem Gebiet weiter zu beobachten und zu dokumentieren.

Mir wurde angeboten, DNA-Probenkits zu bekommen, um eventuell Haare, Kot oder tote Beutetiere beproben zu können. Und so begann das Abenteuer „Monitoring“.

Dann ging es um die Vorsichtsmaßnahmen – was sollte ich eigentlich konkret tun?

Der Mitarbeiter vom Monitoringprojekt war recht entspannt. Für uns Menschen bestand keine echte Gefahr.

Was er jedoch auf meine Frage hin empfahl – ob ich die Hunde weiterhin im Garten frei laufen lassen könne – war, die Hunde ab der Dämmerung nicht mehr in den großen hinteren Garten zu lassen. Der sei zu groß, zu unübersichtlich und zu nah an dem Gebiet, wo die Wölfe unterwegs waren.

Verwechslungen sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Zwar stehen Hunde grundsätzlich nicht auf dem natürlichen Speiseplan von Wölfen, aber eine einfache Beute bleibt eine einfache Beute – und falsches Verhalten wollten wir ihnen ja nicht antrainieren.

Also ab jetzt: nach Einbruch der Dämmerung dürfen die Hunde nur noch in den überschaubaren Vorgarten.

Ein Tipp von unserer Tierärztin war übrigens, die Hunde gegen Tollwut (Rabies) aufzufrischen – für den Fall, dass es doch einmal zu einem Kontakt kommen sollte. Sollte ein Hund überleben, könnte man ihn dann unter Quarantäne stellen, ohne gleich zur Euthanasie greifen zu müssen – aus Angst vor einer möglichen Tollwutinfektion. Fand ich ehrlich gesagt auch sehr sinnvoll.

Und währenddessen beschloss ich, alles über Wölfe zu lesen, was ich in die Finger bekommen konnte.

Aber ja – wo fängt man da eigentlich an?

Mehr dazu in meinem nächsten Blog.