Die Ruhematte

Die Ruhematte soll für deinen Hund das sichtbare Signal dafür werden, dass er sich jetzt entspannen kann.
Wenn du einen Hund hast, der sich schnell aufregt bzw. lange braucht, um herunterzufahren, dann ist eine gut aufgebaute Ruhematte ein sehr hilfreiches Trainingsinstrument. Die Ruhematte erleichtert deinem Hund den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung erheblich.

Auch in Situationen, die deinen Hund stressen, kann er mithilfe der Ruhematte entspannter bleiben, zum Beispiel bei:

  • Tierarztbesuchen
  • Besuch zuhause
  • in der Hundeschule
  • oder auch in der Gaststätte

Was brauchst du für das Training?

  • Ein aufgebautes Markerwort oder einen Clicker
  • Leckerlis
  • Eine Ruhematte

Aufbau

  • Lege die Ruhematte auf den Boden. Es erfolgt kein weiteres Startsignal.
  • Markiere das Verhalten, das dein Hund von sich aus anbietet (z. B. an der Decke schnüffeln, mit einer Pfote auf die Matte gehen usw.) und belohne direkt auf der Decke (nicht aus der Hand).
  • Dein Hund frisst das Leckerli.
  • Warte ab, welche Verhaltensweisen dein Hund auf der Decke zeigt. Entspannende Verhaltensweisen werden gemarkert und auf der Decke belohnt.
    Achte darauf, dass dein Hund dich nicht anschaut, wenn du markerst – bei dieser Übung geht es nicht um den Aufbau von Blickkontakt.
  • Die Übung ist beendet, wenn du eine Position viermal gemarkert und belohnt hast
    (z. B. dein Hund sitzt und bleibt sitzen, ohne erneut an der Decke zu schnüffeln oder sich hinzulegen).

Die Übung ist ebenfalls beendet, wenn du bemerkst, dass dein Hund die Decke von sich aus verlässt.
Unterstütze ihn dabei einfach mit einer Handbewegung und führe ihn freundlich von der Matte herunter.


Entspannende Verhaltensweisen auf der Decke können sein:

  • An der Matte schnüffeln
  • Sich hinsetzen
  • Sich bequemer hinsetzen
  • Den Kopf absenken
  • Sich ins Platz legen
  • Eine Hüfte kippt zur Seite
  • Der Kopf wird abgelegt
  • Die Rute wedelt langsamer oder wird abgelegt
  • Der Hund legt sich auf die Seite oder rollt sich ein

Bitte beachten:

  • Die Matte sollte noch „jungfräulich“ sein, das heißt:
    Der Hund darf die Decke noch nicht mit Action verbinden.
    Es wurde noch nicht darauf gespielt, gezergelt, ein Knochen darauf gekaut oder die Decke durch die Wohnung geschleift.
  • Die Ruhematte steht dem Hund ausschließlich für das Training zur Verfügung.
    Nach dem Training wird die Matte wieder weggeräumt.
  • Auf der Decke werden keine Signale gegeben.
    Ein Hund, der sich auf Signal hinsetzt, ist nicht automatisch entspannt.
  • Die Decke wird zunächst an einem ablenkungsarmen Ort trainiert und erst später an anderen Orten und mit mehr Ablenkung.
  • Bleibt der Hund gerne auf der Matte liegen und soll sie verlassen, wird die Decke nicht einfach weggezogen, sondern der Hund wird mit einer Geste oder einem Leckerli von der Matte gelockt.
  • Trainingseinheiten für Welpen: maximal 3–5 Minuten am Stück
  • Trainingseinheiten für erwachsene Hunde: maximal 20 Minuten